Mittelschule Pfronten für seltene Arten und Klimaschutz
„Wir erhalten das Moor“

Der fleischfressende Sonnentau.Zoombild vorhanden

© Petra Angerer | AELF KF

Gummistiefel statt Klassenzimmer, Astscheren statt Tablets. Die Klassen 8a und 8b der Mittelschule Pfronten haben im Kappeler Wasenmoor tatkräftig mit angepackt und damit nicht nur eine wichtige Naturschutzmaßnahme unterstützt, sondern auch wertvolle Einblicke in ein seltenes Ökosystem gewonnen.

In enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde führten die Jugendlichen gemeinsam mit Sebastian Baumeister, Revierleiter des Forstreviers Pfronten der Bayerischen Forstverwaltung, sowie Mitarbeitenden des Walderlebniszentrums Füssen-Ziegelwies eine gezielte Auflichtungsmaßnahme durch. Dabei wurden im Zentrum des empfindlichen Moorgebiets anwachsende Fichten und Moorbirken entfernt.

Diese Baumarten beschatten das Moor langfristig, wodurch sie lichtliebenden Arten, wie der Rosmarinheide oder dem fleischfressenden Sonnentau den Lebensraum nehmen. Auch seltene Libellenarten, Amphibien und Torfmoose profitieren vom Einsatz der Jugendlichen.

Moore als CO2-Speicher

Neben der körperlichen Arbeit spielte auch die Wissensvermittlung eine zentrale Rolle. Petra Angerer, Försterin am Walderlebniszentrum Füssen - Ziegelwies vermittelte anschaulich, warum intakte Moore nicht nur Lebensräume für bedrohte Arten sind, sondern auch einen Schlüsseleffekt im Klimaschutz haben. „Ich wusste gar nicht, dass wenige Quadratmeter Moor meinen gesamten jährlichen CO2-Fußabdruck ausgleichen können“, staunte ein Schüler. Denn Moore binden tatsächlich enorme Mengen CO2, vorausgesetzt sie bleiben nass und werden nicht trockengelegt, sodass keine Treibhausgase entweichen können. Der Schutz dieser Lebensräume ist daher nicht nur eine ökologische, sondern auch eine klimapolitische Notwendigkeit.

Umweltschutz erleben

Drei Schüler beim Entfernen der Moorbirken und Fichten.Zoombild vorhanden

© Petra Angerer | AELF KF

Revierleiter Sebastian Baumeister zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der Jugendlichen: „Sie haben nicht nur tatkräftig angepackt, sondern auch echtes Interesse an ökologischen Zusammenhängen gezeigt. Das Engagement der Schüler hat uns sehr gefreut.“ Mit dieser Aktion konnte das Walderlebniszentrum und die Bayerische Forstverwaltung den Mittelschülern gelebten Umweltschutz und Naturbewusstsein näherbringen. Statt Frontalunterricht stand an dem Tag Naturschutz zum Anfassen auf dem Stundenplan. Das Walderlebniszentrum Füssen-Ziegelwies bietet auf Anfrage Führungen zu verschiedenen Themen des Waldes für jede Altersklasse an.